DIE UNSICHTBAREN HELDINNEN DER MIGRATION: 65 JAHRE FRAUENKRAFT
Es waren nicht nur Männer, die als erste Arbeitskräfte ins Ausland gingen. Oft waren es mutige Frauen, die ihre Familien in der Türkei zurückließen, um allein in der Fremde zu arbeiten. Von Anbeginn der Migration an waren türkische Frauen durch ihre „Arbeitskraft“ ein aktiver Teil dieses Prozesses. Sie arbeiteten Schulter an Schulter mit den Männern, kämpften, brachten Opfer und nahmen ihren rechtmäßigen Platz in der Migrationsgeschichte ein – mit der Würde, die einer türkischen Frau eigen ist.
Als Ehefrauen, Mütter und zugleich berufstätige Individuen war die Last auf den Schultern der türkischen Migrantinnen stets schwerer. Selbst in den gegründeten zivilgesellschaftlichen Organisationen und deren Dachverbänden waren es oft die „Frauenarme“, die als wichtigste tragende Kraft fungierten.
Heute sehen wir Diaspora-Frauen, die in allen Lebensbereichen – von der Wirtschaft bis zum Sport, von der Kunst bis zur Politik, von der Wissenschaft bis zu den Medien – mit ihren Erfolgen beeindrucken und zu Recht gefeiert werden. Unsere Frauen in der Diaspora waren zu jeder Zeit Menschen, die sowohl für ihre Aufnahmeländer als auch für die türkische Gemeinschaft und das Mutterland Türkei einen Mehrwert geschaffen haben. Sie haben Verantwortung übernommen, Fleiß bewiesen und unermüdlich produziert.
Dabei haben sie die Verantwortung, den Haushalt zu führen und neue Generationen großzuziehen, mit der Rolle als gesellschaftlich engagierte Individuen vereint. Dieser 65-jährige Kampf – ein Teil der türkischen Migrationsgesellschaft zu sein, als Frau innerhalb dieser Gemeinschaft zu bestehen und für die Institutionalisierung und eine helle Zukunft unserer Diaspora zu kämpfen – verdient höchste Anerkennung.
Jetzt ist die Zeit zu handeln
Wir, als Frauen der Diaspora, werden nun aktiv. Unsere Last ist schwer, unsere Ziele sind groß und der Weg ist herausfordernd. Dieser Schritt der Kinder und Enkel der ersten „Gastarbeiter“-Generation ist wie ein Same, der in die Erde gepflanzt wird. Vielleicht mag der Same klein und das erste Gießen unbedeutend erscheinen. Doch zweifellos wird daraus eine mächtige Platane wachsen, deren Wurzeln sich sowohl aus Anatolien als auch aus Europa speisen – mit einem Stamm in Deutschland und Zweigen, die die ganze Welt umspannen...


Union der Frauen in der Diaspora e.V.
VON DEN PIONIERINNEN ZU DEN GESTALTERINNEN VON HEUTE
„Während die erste Generation der Migrantinnen die schwere Last der Verantwortung in einer Gesellschaft tragen musste, deren Sprache und Bräuche ihnen noch fremd waren, erleben wir heute eine beeindruckende Transformation.
Die Frauen der 3. und 4. Generation sind heute fester Bestandteil der Länder, in denen sie leben. Sie sind voll integriert, beherrschen die Sprache und Kultur perfekt und haben in den anspruchsvollsten Bereichen Spitzenpositionen übernommen. Ob als Politikerinnen, Managerinnen, Juristinnen, Unternehmerinnen, Künstlerinnen oder Sportlerinnen – sie haben ihren Erfolg längst unter Beweis gestellt. Heute finden wir sie als Professorinnen an Universitäten sowie als Richterinnen und Staatsanwältinnen in den Gerichtssälen.
DİKAB macht diese Erfolgsgeschichte sichtbar und stärkt die Rolle der Frau als treibende Kraft unserer gemeinsamen Zukunft.“
